[ad_1]

http://www.aerzteblatt.de/

/dpa

Ulm – Wegen der Coronakrise sind Patienten mit Herz-Notfällen zögerlich und oft ver­spä­tet ins Krankenhaus gegangen. Das bestätigt eine heute veröffentlichte Untersuchung des Universitätsklinikums Ulm.

Verglichen mit den Jahren 2017 bis 2019 nahm die Universitätsklinik zwischen dem 21. März und 20. April rund 20 Prozent weniger Patienten wegen akuter Herz-Kreislauf-Prob­leme auf. Zudem gab es nach Herzinfarkten häufiger schwerere Komplikationen als in den Vorjahren.

„Dies liegt wohl nicht daran, dass plötzlich weniger Menschen an diesen Symptomen lei­den, sondern – so vermuten wir – vielmehr an der Angst vieler, sich in einer Klinik mit dem Coronavirus anzustecken”, erklärte Studienleiter Armin Imhof.

Möglich sei auch, dass einige Patienten nicht zur Überlastung des Gesundheitssystems während der Pandemie beitragen wollten oder ihre Symptome selbst als nicht kritisch einschätzten.

Besonders in den ersten 15 Tagen der Kontaktbeschränkungen seien die Patientenauf­nah­men deutlich zurückgegangen. Imhof sprach von einer „besorgniserregenden Ent­wick­lung“. „Wenn Menschen, die akute Symptome verspüren, nicht rechtzeitig in eine Klinik kommen, kann das tödliche Folgen haben.“

Im Vergleich mit den Patienten der vergangenen Jahre im gleichen Zeitraum waren bei den in Ulm untersuchten Notfällen die Herzinfarkte zudem gravierender. Es traten häu­fi­ger schwere Komplikationen auf, wie beispielsweise Defekte der Herzscheidewand, die auch öfter den Einsatz von Herz-Lungenmaschinen notwendig machten.

Diese Art der Komplikationen wird eigentlich nur noch sehr selten beobachtet. Die Studie zeigt demnach, dass Patienten, sogar wenn sie Symptome eines Herzinfarkts zeigten, spä­ter medizinische Hilfe suchten als in den Vorjahren.

Auch das Robert Koch-Institut (RKI) hatte berichtet, dass die Zahl der Fälle in den Notauf­nahmen während der Pandemie seit Mitte März um bis zu 40 Prozent gesunken war. Zu­dem berichteten Fachärzte für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs einen Rückgang der Patientenzahlen um bis zu 50 Prozent. © afp/aerzteblatt.de

[ad_2]

Source link