[ad_1]

/picturealliance, Martin Ruetschi

Burlington/Vermont – Ein früher Konsum von Cannabis im Jugendalter hinterlässt möglicherweise Spuren im Gehirn, die sich in der Magnetresonanztomografie (MRT) in einer verminderten Entwicklung bestimmter Cortexareale mit einer hohen Dichte von Rezeptoren für endogene Cannabinoide zeigen.

Die Veränderungen könnten laut der Publikation in JAMA Psychiatry (2021; DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2021.1258) das Verhalten der Teenager beeinflusst haben.

Das IMAGEN-Projekt begleitet eine Gruppe von Jugendlichen und ihre Eltern aus Deutschland, Frank­reich, Großbritannien und Irland seit ihrem 14. Lebensjahr. Bei 799 Teilnehmern waren im Alter von 14 und 19 Jahren 2 MRT-Aufnahmen des Gehirns angefertigt worden. Matthew Albaugh vom Larner College of Medicine in Burlington und Mitarbeiter im US-Staat Vermont haben die Aufnahmen verglichen und die Unterschiede mit dem Cannabiskonsum der Jugendlichen in Verbindung gesetzt.

Ergebnis: Bei Jugendlichen, die zwischen den beiden Untersuchungen Cannabis konsumiert hatten, war der Cortex in der 2. Aufnahme an mehreren Regionen dünner als bei Jugendlichen, die kein Cannabis konsumiert hatten. Albaugh führt dies auf den Cannabiskonsum zurück, da es bei der ersten Aufnahme noch keine Unterschiede gegeben hat.

Besonders ausgeprägt waren die Veränderungen im linken und rechten präfrontalen Cortex. Hier war der Rückgang der Cortexdicke umso stärker, je häufiger die Jugendlichen Cannabis konsumiert hatten. Diese Dosisabhängigkeit ist in Studien immer ein Hinweis auf eine Kausalität.

Für einen Zusammenhang spricht auch, dass die Veränderungen in Hirnregionen auftreten, in der in ande­ren Studien mit der Positronenemissions-Tomographie eine erhöhte Dichte von Rezeptoren für kör­pereigene Cannabinoide gefunden wurde. Dies macht den Zusammenhang für Albaugh auch biolo­gisch plausibel.

Ob der Rückgang der Cortexdicke Folgen für die Konsumenten hat, lässt sich aufgrund der MRT-Aufnah­men allein nicht beurteilen. Hierzu sind neuropsychiatrische Tests notwendig. Die Forscher haben die Teilnehmer einen Test zur Impulskontrolle („Barratt Impulsiveness Scale“) absolvieren lassen.

Eine gestörte Impulskontrolle ist eine mögliche Folge von Störungen im präfrontalen Cortex. Dort befinden sich die Zentren für exekutive Funktionen (Problemlösungen) und die Impulskontrolle. Tatsäch­lich ließ sich auch hier ein Zusammenhang erkennen. Ein dünnerer rechter präfrontaler Cortex war mit schlechteren Ergebnissen in der „Barratt Impulsiveness Scale“ verbunden.

Ähnliche Veränderungen wurden laut Albaugh in tierexperimentellen Studien beobachtet, wo sich durch eine Cannabisexposition Störungen in der Hirnfunktion und im Sozialverhalten und in der Motivation auslösen lassen. Viele Psychologen, die Cannabiskonsumenten behandeln, dürfte dies an das amotiva­tionale Syndrom erinnern, das als mögliche Folge eines hohen Cannabiskonsums im Jugendalter diskutiert wird. © rme/aerzteblatt.de

[ad_2]

Source link