2018 ist viel passiert im Hanf-Umfeld: neben zahlreichen neuen Ländern, die die Freigabe und Legalisierung von Hanf und Cannabis beschlossen haben, gab es auch viele positive Nachrichten bei der teilweisen Entkriminalisierung zum Beispiel für den medizinischen Gebrauch. Selbst die sonst eher sehr konservativen asiatischen Staaten wie Thailand haben sich aufgemacht, Cannabis für bedürftige Patienten legal verfügbar zu machen.

Der Bedarf an medizinischem Cannabis steigt stetig und schnell. Das hat aber auch zur Folge, dass es mittlerweile große Lieferengpässe und Versorgungslücken in den Apotheken gibt. Auch in Deutschland (siehe Artikel), aber selbst in Ländern wie Kanada, die sich im Prinzip lange genug auf den Legalisierungstermin vorbereiten konnten.

Um der Cannabis-Versorgungslücke Herr zu werden, haben ein paar Münchner erst kürzlich eine online-Petition gestartet und jetzt die Unterschriften daraus an den amtierenden Oberbürgermeister Münchens übergeben.

Bürgermeister will Cannabisanbau in München vorantreiben

Die große Überraschung: Dieter Reiter, seines Zeichens Oberbürgermeister in München, steht hinter der Petition und möchte den Anbau von Cannabis in München unterstützen. Mit einer klaren Aussage:

Meine Fraktion hat auf meine Bitte einen Antrag gestellt, um zu prüfen, ob wir das nicht selber anbauen können. Wir haben durchaus Fläche, das zu tun. Wieso sollen wir das einen Dritten machen lassen. […] Ich gehe davon aus, dass wir eine Mehrheit im Stadtrat finden…

Das sind überaus positive Nachrichten, zumal das hier gerade in einem Bundesland passiert, welches nicht gerade für eine liberale Cannabis- und Drogenpolitik bekannt ist.

Cannabis Importe nach Deutschland

Aktuell bezieht Deutschland sein medizinisches Cannabis lediglich und hauptsächlich aus Kanada und den Niederlanden. Die Versorgung basiert also auf nur 2 Liefersäulen. Sollte eine oder beide z.B. aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen wegfallen, dann bricht die gesamte Versorgung für Deutschland komplett zusammen. Schon jetzt sind deutsche Apotheken unterversorgt oder können beispielsweise nur sehr wenige, der insgesamt 32 erlaubten Sorten anbieten. Damit kann aktuell auch nicht das komplette Wirkungsspektrum der verschiedenen Sorten ausgeschöpft werden.

Obwohl Deutschland aktuell noch von Kanada und den Niederlanden beliefert wird, kommt es immer wieder zu Engpässen. Das liegt vor allem daran, dass von den 32 zugelassenen Medizinalhanfsorten lediglich drei bis sechs verfügbar sind. (Quelle: NOIZZ)

Wir sind sehr gespannt, wie sich dieser Fall weiter entwickeln wird, auch und vor allem als Präzedenzfall und Vorreiter für andere deutsche Großstädte, Kommunen und Bundesländer.

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