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Tel Aviv – Angesichts wieder steigender Coronainfektionen hat Israel gestern damit begonnen, Patienten mit einem geschwächten Immunsystem eine Auffrischungsimpfung zu verabreichen. Für eine rasche dritte Impfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer kommen nach Angaben des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums alle in Frage, die eine Herz-, Lungen- und Nierentransplantation hinter sich haben, ebenso einige Krebs­patienten.

Es werde immer deutlicher, dass Patienten mit geschwächtem Immunsystem „nach zwei Impfdosen nicht ausreichend Antikörper entwickeln“, erklärte das Ministerium. Das Sheba Medical Center in Tel Aviv ver­abreichte nach eigenen Angaben bereits gestern mehreren Herztransplantationspatienten die dritte Coronaimpfdose.

Durch eine der schnellsten Impfkampagnen weltweit war es Israel zunächst gelungen, die Zahl der Neuansteckungen massiv zu reduzieren. Obwohl der Großteil der Erwachsenen inzwischen mit dem Impfstoff der deutschen Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer immunisiert wurde, nehmen die Fallzahlen wieder zu.

Mitverantwortlich dafür ist die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus. Fachleute sehen Anzeichen dafür, dass der Biontech/Pfizer-Impfstoff gegen die zuerst in Indien entdeckte Variante etwas weniger wirksam ist. Sie halten einen leichten Rückgang des Impfschutzes mit milden Verläufen für „wahrscheinlich“.

Die Zahl der neuen Coronafälle ist in Israel heute auf den höchsten Stand seit Ende März geklettert. 730 neue Fälle seien binnen 24 Stunden gemeldet worden, teilte das Ge­sund­heits­mi­nis­terium mit. Bei 1,3 Prozent der mehr als 55.000 Getesteten fiel das Ergebnis demnach positiv aus. Die Zahl der Schwerkran­ken blieb bei 45, es gab auch keine neuen Todesfälle.

Die meisten der neuen Fälle stehen nach offiziellen Angaben in Verbindung mit der Delta-Variante des Virus. Diese wurde zuerst in Indien entdeckt, und sie gilt als besonders ansteckend. Unter den Neuinfi­zier­ten in Israel sind viele jüngere Menschen und auch zweifach Geimpfte.

Von rund 80 COVID-19-Patienten in Krankenhäusern sind nach Angaben des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums weniger als die Hälfte nicht geimpft, von den 45 Schwerkranken 44 Prozent. © afp/dpa/aerzteblatt.de



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