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Berlin – Die Einfuhr von medizinischem Cannabis nach Deutschland ist in den vergange­nen Jahren stark gestiegen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Klei­ne Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag hervor. Danach lag die bestätigte Höchstmen­ge zur Einfuhr von Cannabis nach Deutschland im Jahr 2015 bei 1.485 Kilogramm, 2016 bei 1.500, 2017 bei 10.380, 2018 bei 10.688 und 2019 bei 20.774 Kilogramm.

Die Bundesopiumstelle im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukete (BfArM) muss für jedes Betäubungsmittel jährlich bis Ende Juni den voraussichtlichen Bedarf für das Folgejahr schätzen und dem Internationalen Suchtstoff-Kontrollamt der Vereinten Nationen (INCB) vorlegen. Diese Schätzung für Cannabis berücksichtigt neben Cannabis­blüten auch das Fertigarzneimittel Sativex und andere verschreibungsfähige Cannabisex­trakte.

Für das Jahr 2020 hat das INCB eine Gesamtmenge von 16.100 Kilogramm Cannabis für den Import nach Deutschland bestätigt. Da der Wert voraussichtlich vor Ablauf des Jahres 2020 überschritten wird, hat das BfArM beim INCB eine Nachschätzung über 12.355 Kilo­gramm beantragt. In diesem Jahr würde der Import damit auf mehr als 28.000 Kilogramm steigen – vorausgesetzt, das gemeldete Import-Kontingent wird in diesem Jahr ausge­schöpft.

Aktuell importiert Deutschland Cannabisblüten aus drei Ländern, Kanada, Niederlande und Portugal. „Cannabisblüten können grundsätzlich aus jedem Staat importiert werden, der Cannabis zu medizinischen und wissenschaftlichen Zwecken in Übereinstimmung mit den Vorgaben des Einheits-Übereinkommens anbaut und zum Export zulässt“, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort.

Die FDP-Fraktion kritisiert in diesem Zusammenhang in ihrem Vorbemerkungen zur Klei­nen Anfrage, dass Deutschland seinen Bedarf an Cannabisblüten zu medizinischen Zwe­cken zwar auch durch Anbau in Deutschland decken will. Ein Export von Cannabisblüten in andere Länder sei aber nicht geplant. „Damit bleibt deutschen Unternehmen der lukra­tive Cannabismarkt verschlossen“, kritisieren die Fragesteller. © hil/aerzteblatt.de



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