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In einer Gesellschaft, in der der Cannabiskonsum illegal ist und übervorsorgliche Helikopter-Eltern zunehmend das Erziehungsbild prägen, finden sich kiffende Väter und Mütter schnell auf der Anklagebank wieder. Doch haben sich diese tatsächlich eines so schwerwiegenden Vergehens schuldig gemacht, dass sie mit Ausgrenzung aus der Gemeinschaft bestraft werden müssen? Im Folgenden zeigen die Plädoyers des Klägers und der sich verteidigenden Eltern die verschiedenen Standpunkte auf, bevor am Ende ein fairer fiktiver Richter das Urteil fällt.
Die Entwicklung eines Kindes vollzieht sich durch Beobachtung und Nachahmung. Wächst es in einem Umfeld auf, das geprägt ist von Stimmungsschwankungen der Eltern, leidet seine Seele. Die Folge des Konsums von Cannabis ist in der Regel ein verändertes Verhalten von Vater und Mutter, das insbesondere bei noch sehr kleinen Kindern zu Irritationen führen und auch Angstgefühle auslösen kann. Aber auch Teenager fühlen sich hilflos und peinlich berührt, wenn ein Elternteil sich aufgrund von Rauschmitteln nicht mehr unter Kontrolle hat.
Ein weiterer Aspekt, der gegen die Einnahme von Betäubungsmitteln spricht, ist, dass ein Vater oder eine Mutter unter Drogeneinfluss bei Notfällen eventuell nicht in der Lage ist, geeignete Hilfsmaßnahmen einzuleiten. Möglicherweise verursachen sie sogar selbst eine Gefahrensituation, indem sie beispielsweise mit einem brennenden Joint in der Hand einschlafen.
Letztendlich gilt es noch zu berücksichtigen, dass der elterliche Umgang mit illegalen Drogen bei Heranwachsenden die Hemmschwelle senkt, sich später von diesen fernzuhalten. Schließlich empfinden sie diese als Normalität, weil sie zum Lebensalltag der Eltern gehören.
Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Väter und Mütter stets das Wohl ihrer Kinder im Blick haben und deshalb auch auf den einen oder anderen Genussmoment verzichten sollten. Ist der Nachwuchs aus dem Haus und steht auf eigenen Füßen, ist immer noch Zeit, Verpasstes nachzuholen.
Auch Eltern haben ein Recht, sich nicht immer nur um die Familie kümmern zu müssen, sondern sich selbst auch ab und zu etwas zur Entspannung zu gönnen. Gerade in der heutigen Zeit der Schnelllebigkeit und des Stresses stehen viele Väter und Mütter unter besonderem Druck, insbesondere wenn sie berufstätig sind. Um unter den vielen Herausforderungen nicht zusammenzubrechen, ist es daher äußerst wichtig, dass Eltern auf ihr psychisches Wohlbefinden achten.
Für viele bedeutet der Zug an einem Joint ein Herunterkommen von Problemen und Sorgen. Sie tauchen ein in eine Welt, die ihnen Gelassenheit und Ruhe schenkt, in der sie Kraft für den nächsten Tag auftanken. Von ausgeglichenen Eltern profitiert der Nachwuchs deutlich mehr als von solchen, die überspannt und immer in Hektik sind.
Wie sehr sich die Menschen nach einem anstrengenden Tag nach Erholung sehnen, lässt sich an dem hohen Alkoholkonsum in zahlreichen Ländern ablesen. Welche verheerenden Auswirkungen diese legale Droge haben kann, ist immer wieder in Berichten über Gewaltexzesse im Rausch zu lesen. Wer jedoch gelegentlich etwas Gras raucht, neigt eher zu einem friedfertigen Verhalten. Auch sind Vater und Mutter am nächsten Morgen wieder fit für ihre Kinder und leiden nicht an den Folgen eines übermäßigen Alkoholgenusses.
Zusammenfassend ist zu konstatieren, dass kiffende Eltern zu Unrecht auf der Anklagebank sitzen. Voraussetzung ist allerdings, dass sie mit großem Verantwortungsbewusstsein mit diesem Betäubungsmittel umgehen. Das bedeutet, dass sie ihre Kinder keinem Qualm aussetzen, dass die Cannabisprodukte außerhalb deren Reichweite sind und dass sie diese Substanz maßvoll und kontrolliert konsumieren. Ferner müssen die Eltern gewährleisten können, dass sie jederzeit ihrer Aufsichtspflicht nachkommen können.
Sowohl die Pro- als auch die Contra-Seite trägt viele gute Argumente vor, die ihre jeweile Meinung überzeugend untermauern. Hinzuzufügen ist, dass in manchen Familien Cannabis auch als medizinisches Mittel zur Anwendung kommt. Des Weiteren ist zu unterstreichen, dass der Besitz von Marihuana in Deutschland nach wie vor strafbar ist, wenngleich schon seit längerem eine Debatte über eine Legalisierung im Gang ist.
Eine pauschale Verurteilung kiffender Eltern lässt sich dennoch nicht aussprechen, sondern jeder Fall liegt anders. Väter und Mütter, die sich ernsthaft mit der Frage beschäftigen, inwieweit ihr Cannabiskonsum das Wohl ihres Kindes beeinträchtigen könnte, sind sicherlich auch bereit, alles dafür zu tun, negative Folgen zu vermeiden. Insofern ist es eine individuelle Entscheidung, die von Verantwortung getragen sein sollte und die es zu respektieren gilt.
Etwas anderes ist es allerdings, wenn der gelegentliche Genuss in einer Sucht ausartet. Dann gerät die Situation außer Kontrolle, und Kinder und Jugendliche können daran erheblichen Schaden wie psychische Störungen nehmen. In solchen Fällen sollten sich die Heranwachsenden an Menschen ihres Vertrauens wenden, die nicht von dem Suchtproblem betroffen sind. Weiterhelfen können ihnen sowie deren Eltern professionelle Beratungsstellen vor Ort. Im Netz sind ebenfalls unterstützende Angebote zu finden. Das Thema zu tabuisieren und zu ignorieren, wäre dagegen genau das falsche Mittel, denn es verschärft die Lage noch weiter.
Beim Thema „kiffende Eltern“ handelt es sich also um eine Gratwanderung, die – wie auch beim Umgang mit Alkohol – nur dann glimpflich ausgehen kann, wenn die berauschenden Mittel maßvoll und nur gelegentlich konsumiert werden. Wer eine Neigung zu Suchtverhalten hat, sollte lieber von vornherein die Finger davon lassen.
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