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Madrid – Immer mehr Deutsche werden zu Dauersitzern und gefährden dadurch die eige­ne Gesundheit. Der Anteil der Menschen, die in Deutschland nach eigenen Angaben täg­lich länger als viereinhalb Stunden im Sitzen verbringen, kletterte zwischen 2002 und 2017 um 7,4 Prozent, wie Forscher der spanischen Universidad Rey Juan Carlos (URJC) im Fachblatt BMC Public Health (DOI: 10.1186/s12889-020-09293-1) schreiben.

Demnach gehörten in Deutschland zuletzt 57,2 Prozent der Männer zu den Vielsitzern und 50,2 Prozent der Frauen. Die Forscher analysierten die Ergebnisse von vier europäi­schen Umfragen mit mehr als 96.000 Teilnehmern in allen Ländern der Europäischen Union (EU). Dabei wurde festgestellt, dass der Bewegungsmangel insgesamt zunimmt.

Zuletzt hätten 54,3 Prozent der Befragten eingeräumt, täglich länger als viereinhalb Stun­den zu sitzen. In Deutsch­land waren es 53,7 Prozent der Befragten. Die Forscher nah­men viereinhalb Stunden als Schwellenwert an, ab dem bestimmte Gesundheitsrisi­ken steigen.

Das viele Sitzen sei eines der Hauptrisikofaktoren, was die Entwicklung vieler chronischer Krankheiten wie Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Krebs angehe, schrei­ben die Forscher. Es sei in den vergangenen Jahren zu einer großen Gesundheits­bedroh­ung in der modernen Gesellschaft geworden.

Deshalb sei es von größter Bedeutung, dass sich die politischen Entscheidungsträger der gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Belastung bewusst würden, die Bewe­gungs­mangel in ganz Europa verursache, schreiben die Forscher. Sie wiesen auf die Not­wendigkeit hin, spezifische Strategien zu entwickeln, um den Bewegungsmangel zu über­wachen und zu reduzieren. © dpa/aerzteblatt.de



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