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Dsseldorf Angesichts der steigenden Zahl der Corona-Infizierten bereitet sich Nordrhein-Westfalen auf einen mglichen Ansturm auf Intensivbetten und Beatmungspltze vor.

Medizinische Rehakliniken sollten rund die Hlfte ihrer Kapazitten freirumen, sagte NRW-Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU) heute in Dsseldorf. Auch diese Kliniken sollten dann fr die Versorgung von Patienten zur Verfgung stehen. Er werde auch auf private Reha-Einrichtungen zugehen.

Bund und Lnder hatten sich auf einen Notfallplan verstndigt. Ziel ist eine Verdoppelung der Intensivkapazitten. Dafr sollen gegebenenfalls auch an Standorten wie Hotels oder umgersteten Hallen zustzliche Betten- und Behandlungskapazitten aufgebaut werden.

In ganz Deutschland gibt es 28.000 Intensivbetten, davon nach Angaben der Krankenhausgesellschaft NRW (KGNW) 6.136 im bevlkerungsreichsten Bundesland. Von diesen htten wiederum gut 4.320 Betten eine Beatmungsmglichkeit. Das Problem: Diese Betten sind laut KGNW zu 70 bis 80 Prozent belegt.

Im Moment gebe es noch ausreichend Kapazitten fr schwerkranke Corona-Patienten, sagte KGNW-Prsident Jochen Brink. Da planbare Operationen verschoben werden mssten das sei jeder zweite Eingriff knnten kurzfristig weitere Kapazitten frei gemacht und 1.144 weitere Beatmungspltze geschaffen werden. Auerdem wrden zustzliche Beatmungsgerte angeschafft.

Fr die Krankenhuser bedeutet das eine gewaltige Herausforderung, sagte Brink. Aktuell sind die Krankenhausleitungen berall in NRW damit beschftigt, ihre Betriebsablufe umzuorganisieren. Patienten mit schweren Erkrankungen wie Krebs, die auf eine schon terminierte Operation warten, mssen aber keine Verschiebung befrchten.

Ge­sund­heits­mi­nis­ter Laumann sagte, er werde alles tun, was geht, um mglichst viele Beatmungspltze in Krankenhusern zu organisieren. An den finanziellen Mitteln werde das nicht scheitern. Da aber niemand wisse, wie schnell das Virus um sich greife und auch Fachrzte nicht sagen knnten, wieviel Prozent der Infizierten dann Beatmung brauchten, ist die Zahl einfach nicht zu prognostizieren.

Die Kommunen entwickeln jetzt nach Angaben Laumanns mit den Krankenhusern, Gesundheitsmtern und Krisenstben vor Ort Konzepte. Bestehende Immobilien, die krankenhaushnliche Strukturen htten, wrden aufgerstet. Ob die Intensivpltze verdoppelt werden knnten, knne er aber nicht sagen, so Laumann.

Das Universittsklinikum Bonn etwa verfgt ber 120 Intensivbetten und will diese ber die Reaktivierung alter Klinikgebude und bislang nicht genutzter Stationskapazitten aufstocken. Die Uniklinik Essen mit derzeit knapp 200 Intensivpltzen will generell erst einmal zustzliche Betten schaffen. Denn nicht jeder Corona-Patient brauche Intensivmedizin.

In der Uniklinik Bochum gibt es derzeit noch keine Corona-Flle. Aber wir gehen davon aus, dass sich dieses sehr bald ndern wird, sagte Geschftsfhrer Hans-Peter Jochum. Man arbeite mit Hochdruck daran, die Intensivpltze auszuweiten.

Ein Sprecher des Uni-Klinkums Dsseldorf sagte, dass durch die Aussetzung planbarer Operationen personelle und rumliche Kapazitten geschaffen wrden. Auch die Organisation und Belegung von Stationen sei mit Blick auf wahrscheinlich mehr Patienten umgestellt worden.

Neben dem Mangel an Beatmungspltzen fehlt es auch an Fachpersonal. Nicht jeder knne ein Beatmungsgert bedienen, sagte Laumann. Er appellierte an die Kliniken, etwa OP-Personal umzuschulen. Man kann im Grunde aus jedem OP-Saal mit der dort vorhandenen Technik auch ein Beatmungszentrum machen.

Der Vorsitzende des Pflegerats NRW, Ludger Risse, sagte: Wir haben ja in der Intensivmedizin schon vor der jetzigen Krise immer wieder Stationen gehabt, die aus Mangel an Fachpersonal Betten sperren mussten. Nun msse man schnell Lsungen entwickeln, wie sich Mitarbeiter effektiv einsetzen lieen, die bislang andere Schwerpunkte hatten.

Beatmungssteuerung und die berwachung kann ich vielleicht nicht schnell lernen, aber wie man einen Intensivpatienten lagert oder wscht, dagegen schon.

Berlin will ebenfalls die Zahl der Betten auf den Intensivstationen der Krankenhuser deutlich erhhen. Die Zahl von zur Zeit 1.045 Intensivbetten mit Beatmungsmglichkeiten solle nun verdoppelt werden, sagte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der Landesregierungen von Berlin und Brandenburg.

Das sei zur Zeit die zentrale Herausforderung fr die Krankenhuser. Das Ziel ist sehr ehrgeizig, aber wir sind dabei schon sehr weit gekommen, sagte Kalayci.

Sie sprach von Fortschritten bei der Koordinierung zwischen den Berliner Krankenhusern. Das Charit-Universittsklinikum Charit steuere nach einem Stufensystem die Verteilung der Patienten auf die 38 Berliner Notfallkrankenhuser.

Die schwersten Flle wrden in der Charit behandelt. Wir haben eine klare Arbeitsteilung zwischen den Notfallkrankenhusern verabredet, sagte die Senatorin. In Berlin seien bislang 383 positive Coronavirus-Flle gemeldet, 21 davon wrden stationr behandelt. © dpa/aerzteblatt.de



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