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/Olga Ternavskaya, stock.adobe.com

Manchester –Menschen mit einer Psoriasis haben ein leicht erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken und an Krebs zu sterben. Dies kam in einer Meta-Analyse in JAMA Dermatology (2019; doi: 10.1001/jamadermatol.2019.3056) heraus.

Die Psoriasis ist nur selten eine reine Hauterkrankung. Viele Patienten leiden neben der Schuppenflechte auch unter einer Arthritis, und im Blut sind bei den meisten Patienten die Entzündungsmarker erhöht. Da eine chronische Entzündung als Risikofaktor für Krebser­krankungen diskutiert wird, hat ein Team um Alex Trafford von der Universität Manchester in Kohortenstudien nach einem erhöhtem Krebsrisiko von Menschen mit Psoriasis gesucht.

In einer Meta-Analyse fanden die Forscher insgesamt ein um 18 % erhöhtes Erkrankungs­risiko an Krebs (relatives Risiko RR 1,18; 95-%-Konfidenzintervall 1,06 bis 1,31). Bei Patienten mit schweren Erkrankungen war das Risiko um 22 % (RR 1,22; 1,08-1,39) erhöht. Diese angedeutete Dosis-Wirkungsbeziehung könnte ein Hinweis auf eine Kausalität sein.

Das Datenmaterial reichte aus, um den Einfluss auf einzelne Krebserkrankungen zu untersuchen. Am höchsten waren die relativen Risiken (RR) für Krebserkrankungen in Mundhöhle (RR 2,80), Speiseröhre (RR 2,05), Leber (RR 1,83) und Kehlkopf (RR 1,79) sowie für Spinaliome (RR 1,71).

Menschen mit Psoriasis erkranken jedoch auch häufiger an Dickdarmkrebs (RR 1,34), Nierenkrebs (RR 1,58), Lymphomen (RR 1,40), Non-Hodgkin-Lymphomen (RR 1,28) und am Pankreaskarzinom (RR, 1,41).

Patienten mit schwerer Psoriasis haben laut Trafford auch ein erhöhtes Krebssterberisiko (RR 1,22; 1,08-1,38). Besonders ausgeprägt ist das Risiko bei Leberkrebs (1,43), Ösopha­gus- (RR 2,53) und Pankreaskrebs (RR 1,31).

Die Ursachen für das erhöhte Risiko kann die Studie nicht klären. Chronische Entzündun­gen werden bei der Colitis ulcerosa und beim Barrett-Ösophagus für die Krebsentstehung ver­antwortlich gemacht. Das erhöhte Hautkrebsrisiko könnte im Prinzip mit dem Einsatz der Phototherapie zusammenhängen. Ob Immunsupressiva und Biologika einen Einfluss haben, ist unklar.

Die Heterogenität der einzelnen Studien war hoch, sodass die Evidenz insgesamt auf schwachen Füßen steht. Für den einzelnen Patienten dürfte das absolute Risiko, infolge der Erkrankung an Krebs zu erkranken, gering sein. Es ist unwahrscheinlich, dass die Fach­gesellschaften aufgrund des Risikos zu besonderen Vorsorgeuntersuchungen (wie bei Colitis ulcerosa oder dem Barrett-Ösophagus) raten werden. © rme/aerzteblatt.de



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