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Aurora/Colorado – Der psychoaktive Bestandteil Tetrahydrocannabinol (THC) von Cannabis wird auch mit der Muttermilch ausgeschieden. In einer pharmakokinetischen Studie in JAMA Pediatrics (2021; DOI: 10.1001/jamapediatrics.2020.6098) war THC auch 6 Wochen nach einer Abstinenz noch in Milchproben nachweisbar. Die Forscher raten den Müttern, während der Stillzeit völlig auf die Droge zu verzichten.

Ein Cannabiskonsum ist bereits während der Schwangerschaft problematisch, da THC über die Plazenta in das Blut des Kindes gelangt, wo es das Gehirn schädigen kann. THC wirkt dort auf die Rezeptoren der endogenen Cannabinoide, die an der Entwicklung des Gehirns beteiligt sind.

Die Auswirkungen auf das Kind sind wegen des Verbots der Droge nicht genau bekannt. Langzeitstudien weisen jedoch auf Störungen der kognitiven und exekutiven Funktionen hin, die zu Lerndefiziten, verminderter Aufmerksamkeit und vermehrte Impulsivität bei den Kindern von Frauen führen könnten, die während der Schwangerschaft Cannabis konsumiert haben. Die ärztlichen Fachgesellschaften raten allen Schwangeren deshalb dringend zur Abstinenz.

Dies gilt auch für die Stillzeit, da THC über die Brustdrüse ausgeschieden und deshalb in der Mutter­milch nachweisbar ist.

Die jetzt von Erica Wymore vom Anschutz Medical Campus in Aurora/Colorado vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass die THC-Konzentration in der Muttermilch wegen der hohen Fettlöslichkeit der Substanz nur langsam abnimmt.

Das Forscherteam hat 7 Frauen begleitet, die wegen eines positiven Drogentests bei der Entbindung aufgefallen waren. Sie waren die einzigen in einer Gruppe von 25 Frauen, die es während der Stillzeit schafften, auf Cannabis zu verzichten.

Dennoch waren ihre Kinder in den ersten Wochen weiter mit THC exponiert. Wegen der Depots im Fettgewebe der Mütter wurde THC weiter mit der Muttermilch ausgeschieden. Wymore ermittelte eine Halbwertzeit von 17 Tagen für die THC-Konzentration in der Muttermilch.

Dies bedeutet, dass THC auch am Ende der Studie nach 6 Wochen Abstinenz noch in der Muttermilch vorhanden war. © rme/aerzteblatt.de



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