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Bonn – Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat im Verga­beverfahren für den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken die noch offenen vier Lose vergeben.

Der Zuschlag für die ersten neun Lose wurde bereits am 17. April 2019 erteilt. Für vier Lose konnte damals noch kein Zuschlag erfolgen, da sich ein unterlegener Bieter mit einem Nachprüfungsantrag an die Vergabekammer gewandt hatte. Der Nachprü­fungs­antrag wurde nun zurückgezogen.

Dem BfArM zufolge erhielt Aphria Deutschland – das Unternehmen hatte be­reits vier Lose bekommen – jetzt den Zuschlag für ein fünftes Los, drei Lose gingen an das Unter­nehmen Demacan.

BfArM-Präsident Karl Broich bezeichnete die abgeschlossene Vergabe heute als „wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Versorgungssituation“. Nun könne der Anbau von Cannabis in pharmazeutischer Qualität in Deutschland in vollem Umfang zügig umgesetzt werden.

Die ge­samte Ausschreibung umfasst 10,4 Tonnen Cannabis, verteilt auf vier Jahre mit jeweils 2,6 Tonnen. Sie ist gesplittet auf 13 Lose zu je 200 Kilogramm Jahresmenge.  Das BfArM erwartet für alle 13 Lose eine erste Ernte für das 4. Quartal 2020.

Beim geplanten Anbau von Medizinalcannabis in Deutschland hat das BfArM eine Steue­rungsfunktion. Die bei der Behörde angesiedelte Cannabisagentur soll das in Deutschland angebaute medizinische Cannabis ankaufen und an Hersteller von Cannabisarzneimitteln, Großhändler oder Apotheken verkaufen. Derzeit wird Can­na­bis zu medizinischen Zwecken aus dem Ausland nach Deutschland importiert. © may/aerzteblatt.de



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